Keine Berücksichtigung von Währungsverlusten bei Investition in Auslandsbetriebsstätten

zurück | Artikel vom: 20.04.2016

Ist eine deutsche Personengesellschaft (Oberpersonengesellschaft) an einer ausländischen Personengesellschaft beteiligt, mindert ein Währungsverlust aus der Liquidation der ausländischen Unterpersonengesellschaft nicht den im Inland steuerpflichtigen Gewerbeertrag. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

Im Streitfall hielt eine inländische KG rund 25 Prozent der Anteile an einer US-amerikanischen Personengesellschaft (Limited Partnership). Die US-Gesellschaft wurde liquidiert und bei der KG ergab sich aufgrund von Wechselkursänderungen aus der Rückzahlung ihrer Einlage ein Währungsverlust in Höhe von rund 1 Mio. Euro. Diesen machte sie gewerbesteuermindernd geltend.

Regelungen für doppelstöckige Personengesellschaften 

Dem ist der BFH - ebenso wie zuvor das Finanzamt und das Finanzgericht - mit Urteil vom 2. Dezember 2015 (Az. I R 13/14) entgegengetreten. Entscheidend sei, dass der Gewerbesteuer nur die Erträge inländischer Betriebsstätten unterliegen. Zudem ist gewerbesteuerrechtlich jede Personengesellschaft eigenständig Steuerschuldnerin. Für doppelstöckige Personengesellschaften sehen die Regelungen im Gewerbesteuergesetz deshalb vor, dass aus dem Gewerbeertrag einer inländischen Gesellschaft sowohl Gewinne als auch Verluste aus ihren Beteiligungen an (inländischen und ausländischen) Personengesellschaften herauszurechnen sind. Diese Regelungen gelten nicht nur für laufende Beteiligungserträge, sondern auch für den Fall, dass eine ausländische Unterpersonengesellschaft liquidiert wird und hierbei ein Währungsverlust entsteht.

Mit Unionsrecht vereinbar

Der BFH sieht dies auch als mit dem Unionsrecht vereinbar an. Es bestehe keine Verpflichtung, Währungsverluste zur Gewährleistung der auch gegenüber Drittstaaten (hier: USA) geltenden Kapitalverkehrsfreiheit bei der Ermittlung des inländischen Gewerbeertrags der KG abzuziehen.

(BFH / STB Web)